Autositze aus Altkleidung? INTERREG-Projekt zum Thema Mischfaserrecycling gestartet

Modetrends vergehen immer schneller; Kleidungsstücke werden oft nur einmal getragen und dann entsorgt. Recycling ist schwierig, da textile Abfälle nicht “sortenrein” sind – sie bestehen aus unterschiedlichen Materialien, Farben und Fasern und werden deshalb oft einfach verbrannt.

Das neue INTERREG-Projekt “Recycling the automotive Interior” unter Leitung des Unternehmens imat-uve aus Mönchengladbach will dies nun ändern. In Kooperation mit niederländischen Partnern aus Limburg und Twente und dem Textilmaschinenhersteller Trützschler entwickeln sie ein innovatives Verfahren zum mechanischen Recyclen und Verspinnen von Alttextilien aus Mischfasermaterial, um daraus neue Garne zu produzieren.

Der mechanische Recycling-Prozess ermöglicht eine Wiederverwendung von Mischfasern aus Alttextilien in Form von hochwertigen Garnen (Bild: imat-uve)

Nachhaltige Autositze als Herausforderung 

Als Zielmarkt für die neuen Garne wird in erster Linie die Automobilindustrie angepeilt, da hier die höchsten Anforderungen an Textilien gestellt werden. Die entwickelten Garne sollen aber auch anderen Branchen wie Architektur, Heimtextil und Bekleidung zur Verfügung stehen. Im Sinne einer Kreislaufwirtschaft mit Cradle-to-Cradle (C2C) Prinzipien sorgt das Gemeinschaftsprojekt für eine Reduzierung des CO2-Footprints von Textilien und einer Stärkung der Textilindustrie in der euregio rhein-maas-nord. Die Prozess- und Produktinnovation wird genutzt, um die Textilindustrie in der Grenzregion Deutschland-Niederlande als Innovationsführer im Bereich Mischfaserrecycling und textiler Kreislaufwirtschaft zu etablieren.

Grenzüberschreitende Kompetenzen

Neben imat-uve besteht das Konsortium aus den Partnern C2C ExpoLab, FBBasic, Stichting Texperium sowie Trützschler. Das Projekt wird im Rahmen des INTERREG-Programms Deutschland-Nederland durch die Europäische Union unterstützt und vom nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministerium (MWIDE NRW), dem niederländischen Ministerie van Economische Zaken en Klimaat (EZK) sowie den Provinzen Limburg und Overijssel mitfinanziert.

Bei Fragen zum Projekt oder zur INTERREG-Förderung steht Ihnen das Programmmanagegement INTERREG bei der euregio rhein-maas-nord gerne zur Verfügung!