Gemeinsam innovativ: Niederrheiner und Limburger arbeiten eng zusammen

Der limburgische Provinzminister für Wirtschaft und Wissenstransfer, Joost van den Akker, besuchte am Mittwoch, den 15. August die euregio rhein-maas-nord in Mönchengladbach. Mit der Geschäftsführung der euregio besprach er die Zusammenarbeit im Grenzgebiet. Darüber hinaus besuchte er einige INTERREG-Projekte, die in der euregio ausgeführt werden. Provinzminister van den Akker betonte die Wichtigkeit der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit für Limburg. „Als niederländischer Vorposten in Richtung Nordrhein-Westfalen ist es für die Grenzregion Limburg essenziell zu wissen, welche Innovationen in nahe gelegenen Regionen wie Niederrhein und Ruhrgebiet in Produktion und Logistik spielen. Auf diese Art und Weise sind wir als Provinz besser in der Lage, unsere Ambitionen mit denen der angrenzenden Regionen abzustimmen.“

Van den Akker besuchte als erstes das Unternehmen Helmut Beyers GmbH. Der Betrieb mit circa 160 Mitarbeitern baut und entwickelt elektronische Komponenten und Systeme wie Platinen für sehr anspruchsvolle Apparaturen für rund 80 Kunden in Deutschland und den Niederlanden. Das INTERREG-Projekt LOGwear ist für das Unternehmen ein Experimentierfeld zum Testen von „Wearables“ – kleinen elektronischen Apparaten mit denen die eingegangenen Distributionsgüter schnell registriert werden können: Bei ihnen geschieht dies versuchsweise nun durch das Erstellen und Drucken von Etiketten mit komplexen (Strich-)Codes direkt vor Ort. Gemeinsam mit unter anderem der Fontys Hochschule in Venlo und der Hochschule Niederrhein wird die Software nach Maß angepasst und implementiert. Van den Akker konnte in der Produktionshalle eine Testversion des Systems live sehen und ausprobieren. Ein weiterer Unternehmenspartner auf deutscher Seite ist die ebenfalls in Mönchengladbach ansässige imat-uve Gmbh.

Nach dem Besuch bei Helmut Beyers stand beim Institut GEMIT die Digitalisierung im Mittelpunkt. Das Institut der Hochschule Niederrhein ist – neben LOGwear – Partner in den INTERREG-Projekten STRASUS und DigiPro. STRASUS richtet sich auf gesellschaftlich verantwortungsvolles Unternehmen im logistischen Sektor. Großunternehmen sind verpflichtet, einen sogenannten CSR-Bericht (Corporate Social Responsibility) vorlegen zu können – und das hat auch Folgen für ihre Zulieferer. Kunden aus beispielsweise der Supermarktbranche verlangen von den Transportunternehmen immer häufiger einen Beleg für ihr gesellschaftlich verantwortungsvolles Handeln. Kleine und mittelgroße Unternehmen (KMU) haben jedoch häufig nicht die Kapazität, um ausführliche Berichte zu verfassen. STRASUS hilft daher Unternehmern aus der Region, um mit Hilfe von Serious Gaming selbst Zugang zu den Ansatzpunkten von CSR zu bekommen und so einen dazugehörigen Bericht aufzustellen. „DigiPro“ wiederum bietet KMU die Möglichkeit, sie bei ihrer digitalen Transformation zu unterstützen und auf diese Art und Weise konkurrenzfähig zu bleiben.

Die euregio rhein-maas-nord unterstützt als Vermittler die Zusammenarbeit zwischen deutschen und niederländischen Partnern im Grenzgebiet. Das INTERREG-Programm der Europäischen Union stellt dazu finanzielle Mittel zur Verfügung. Entlang der deutsch-niederländischen Grenze werden im Rahmen von INTERREG bereits mehr als 100 Projekte durchgeführt, die teilweise auch von der Provinz Limburg und dem MWIDE NRW kofinanziert werden.