Rein in die Werkstatt! Intensive deutsch-niederländische Zusammenarbeit fördert Inklusion von Behinderten

Welche Maßnahmen werden zurzeit in die Praxis umgesetzt, um geistig und körperlich Behinderte an der Gesellschaft teilhaben zu lassen? Mit welchen Kooperationen und Initiativen wird dies gefördert? Wo liegt die Herausforderung für die Zukunft, die Inklusion noch besser zu gestalten?

Diese und andere Fragen wurden am 13. März geklärt, als sich in Roermond der Ausschuss für soziale Angelegenheiten, Kultur und Sport der euregio rhein-maas-nord für seine erste Sitzung des Jahres getroffen hat. Die Gastgeber der Sitzung, die Firma Westrom aus Roermond und das Heilpädagogische Zentrum Krefeld, vermittelten als enge Partner ein gutes Bild der derzeitigen Lage und welche Mehrwerte für die Inklusion von Behinderten in die Arbeitswelt entstehen.

Beide Unternehmen bieten behinderten Menschen mithilfe unterschiedlicher Partner die Chance auf eine den eigenen Fähigkeiten entsprechende Tätigkeit. Zudem betonten beide Parteien, dass sie viel Wert auf ein vielfältiges Angebot legen und dabei auch auf gute Begleitung von mehreren Seiten achten, um so eine fließende Eingliederung der Mitarbeiter in ein Unternehmen zu ermöglichen und zu gewährleisten. Ein gutes Beispiel dafür sind die unterschiedlichen Arbeitsbereiche, die von den Partnern angeboten werden. So gibt es beispielsweise eine eigene Druckerei. Und vom kleinsten Ersatzteil eines Bürostuhls bis hin zu einem komplett neuen Fahrrad: Alles kommt aus den Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) und wurde dort unter Begleitung hergestellt. In ihrer Präsentation hoben die beiden Organisationen auch die teilweise unterschiedlichen Arbeitsweisen und Erfahrungen hervor und illustrierten diese mit Praxisbeispielen.

Partnerschaft über Landesgrenzen hinaus

So zeigt die enge Zusammenarbeit den Mehrwert und die Chancen für sowohl die Organisationen als auch für ihre Mitarbeiter. Als eines der Best Practices wurde die Option vorgestellt, Mitarbeiter bei Bedarf flexibel für einen kürzeren Zeitraum mit den Kollegen jenseits der Grenze zusammenarbeiten zu lassen. Des Weiteren wird bei größeren Anfragen die Produktion über beide Unternehmen verteilt oder – je nach technischen Möglichkeiten, Know-How und Kapazitäten – einem der beiden Unternehmen zugewiesen, um sich so in der Branche konkurrenzfähig positionieren zu können. Beim Produktionsablauf stellte sich einer der Unterschiede heraus: Der Erwerb der Grundstoffe geschieht auf unterschiedlicher Art und Weise. Während bei Westrom der Fokus auf der reinen Herstellung liegt und man die Auftraggeber daher um die Anlieferung der Grundstoffe bittet, verwaltet und bestellt das HPZ diese Grundstoffe hingegen selber und verwendet somit eigene Ressourcen bei der Herstellung.

Die anschließende Führung durch das Unternehmen Westrom illustrierte die alltägliche Umsetzung in die Praxis sehr gut und verstärkte bei den Anwesenden das Bewusstsein für die Inklusionsmöglichkeiten im Rahmen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit.

Das Interesse der Mitglieder der euregio rhein-maas-nord spiegelte sich in einem regen Gedankenaustausch über die Herausforderungen für die nahe Zukunft und regte alle Beteiligten zum Nachdenken an. Mit dem positivem Feedback aller Anwesenden wurde die Ausschusssitzung erfolgreich abgeschlossen.