Niederländische und deutsche Unternehmer stehen vor denselben Herausforderungen: hohe Energiepreise, Abgaben, logistische Lieferprobleme und Fachkräftemangel. „Deshalb müssen wir eine gemeinsame Haltung einnehmen und zusammenarbeiten“, so Jürgen Steinmetz von der IHK Mittlerer Niederrhein beim Limburgischen Arbeitgeberverband (LWV), der seit dem 1. Januar 2026 Mitglied der Euregio ist.

LWV-Geschäftsführer Addy Lutgenau hielt einen Vortrag vor Vertretern der Gemeinde Roermond, der Gemeinde Horst aan de Maas, der Gemeinde Schwalmtal, der Gemeinde Niederkrüchten, der Gemeinde Selfkant, der Stadt Wegberg, der Wirtschaftsförderung der Burggemeinde Brüggen, der WFMG – Wirtschaftsförderung Mönchengladbach GmbH, der Stadt Nettetal, des Rhein-Kreises Neuss und der WFG für den Kreis Heinsberg über die Verwaltung von Gewerbegebieten, Lobbyarbeit gemeinsam mit VNO-NCW sowie über wirtschaftliche Projekte für limburgische Unternehmer.

Die Euregio bat durch Maike Hajjoubi um Input für eine Kursänderung der strategischen Euregio-Vision 2030, die nun im Jahr 2026 die Halbzeit erreicht hat. Die anwesenden Euregio-Mitglieder konnten sich mit einem eher thematischen Ansatz anstelle einer festen Ausschussstruktur einverstanden erklären. Insbesondere kleine Gemeinden sehen die Euregio am liebsten in der Führungsrolle, wenn es um größere Interreg-Deutschland-Niederlande-Projekte geht. Vincent Schraven wies im Namen der Provinz Limburg auf die Verfügbarkeit europäischer Fördermittel hin. Es wurde vereinbart, den neuen Kurs im Hinblick auf die Generalversammlung am 24. Juni weiter auszuarbeiten.

‚Deutsch-niederländische Zusammenarbeit ohne Grenzen. Arbeitsweise und Verwaltungsstrukturen im Vergleich.‘ so lautete der Titel des Seminars das, in Mönchengladbach stattfand. Obwohl sich die Verwaltungssysteme beider Länder stark unterscheiden, muss dies kein Hindernis für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit sein. Es spielt eine wichtige Rolle, sich persönlich zu kennen und auch die kulturellen Unterschiede zu respektieren. „Die Niederländer sind direkter und die Deutschen formeller“, erklärte Seminarleiterin Dr. Ute Schürings. Auch die Art und Weise, wie Ereignisse in der Vergangenheit stattfanden, führt dazu, dass man in dem einen Land stärker auf die Gesetzgebung achtet als im anderen. Doch die kulturelle Verflechtung im Grenzgebiet sorgt für Nähe und Zusammenarbeit.