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Bewerbungsfrist für den Wettbewerb „Europa bei uns zuhause“ wird verlängert

Aufgrund der aktuellen Einschränkungen durch die Corona-Pandemie hat die Landesregierung die Bewerbungsfrist für den Wettbewerb „Europa bei uns zuhause“ um drei Monate verlängert. Teilnehmen können nun Projekte, die bis zum 1. September 2020, statt wie ursprünglich vorgesehen zum 1. Juni 2020 für den Wettbewerb angemeldet werden.
 
Europaminister Dr. Stephan Holthoff-Pförtner: „Der europäische Gedanke ist in der Krise mehr denn je gefragt. Gerade jetzt ist es wichtig, das europäische Engagement der Kommunen und der Zivilgesellschaft zu unterstützen. Mit der Fristverlängerung ermöglichen wir, dass auch dieses Jahr zahlreiche Projekte durchgeführt werden können.“
 
Prämiert werden bei „Europa bei uns zuhause“ Projekte der europäischen Städtepartnerschaftsarbeit sowie der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit Partnern in den Niederlanden und Belgien. Vor dem Hintergrund des Brexit werden in diesem Jahr auch ausdrücklich Projekte mit Partnern aus dem Vereinigten Königreich berücksichtigt. Kommunen und zivilgesellschaftliche Akteure aus Nordrhein-Westfalen sind dazu aufgerufen, sich beim Landeswettbewerb zu beteiligen.
 
Für innovative, vernetzende, beispielgebende, nachhaltige und öffentlichkeitswirksame Projekte und Veranstaltungen – auch im Rahmen eines digitalen Formates – können sich Projektträger im Rahmen des Wettbewerbs um eine nachträgliche Kostenerstattung von bis zu 5.000 Euro pro Projekt bewerben. Die Projekte können vom 1. November 2020 bis 31. Juli 2021 stattfinden.
 
Minister Holthoff-Pförtner: „Gerade in dieser Zeit der Krise bewähren sich die Zusammenarbeit und der Zusammenhalt der Europäischen Union. Dann werden wir gemeinsam gestärkt aus dieser Krise herausgehen.“
 

Neue People-to-People-Projekte

Der INTERREG Ausschuss der euregio rhein-maas-nord hat am 20. April 2020 fünf neue People-to-People-Projekte genehmigt. Zwei davon stellen wir Ihnen jetzt vor, die anderen drei in der Juni-Ausgabe. Der Glücksexpress soll 4.000 Erholungssuchenden aus Deutschland und den Niederlanden erlebnisreiche Glücksmomente aus Natur und Kultur verschaffen. Das Projekt “Durch Wissen zu teilen, vervielfacht man es”, soll 500 Menschen dies- und jenseits der Grenze durch acht Themenabende grenzüberschreitend und nachhaltig verbinden. 


Durch Wissen zu teilen, vervielfacht man es

Ziel dieses Projektes der Gemeinde Venlo und der Mediothek der Stadt Krefeld ist es, durch Wissensaustausch und grenzüberschreitende Begegnungen zu einem besseren Verständnis für die Menschen jenseits der Grenze zu kommen. Es umfasst insgesamt acht Themen-Abende mit hochkarätigen Rednern. Themen sind zum Beispiel die unterschiedlichen politischen Systeme in Deutschland und in den Niederlanden, die unterschiedlichen Bildungssysteme, die (gemeinsame) Geschichte und der Arbeitsmarkt beidseits der Grenze. Das Projekt richtet sich an Menschen aus allen Bevölkerungsschichten der Grenzregion. Es sollen dadurch Begegnungen stattfinden, die auch nach dem Projekt Bestand haben. Alle Themen werden jeweils aus einer deutschen und niederländischen Perspektive erläutert. Danach kommen die Teilnehmer miteinander ins Gespräch. Die Initiatoren des Projekts möchten neue Gruppen für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und für das Leben in der Grenzregion erreichen. Es wird berücksichtigt, dass bestimmte Zielgruppen fachspezifisch angesprochen werden, z.B. die in der Region ansässigen Hochschulen und Universitäten. Es werden insgesamt etwa 500 Teilnehmer erwartet.


Glücksexpress

Die Stiftung ‘Gastvrij Roerdalen-Wassenberg’ besitzt bereits zwei elektrisch betriebene Shuttlezüge. Insgesamt 53 Personen bekommen so die Möglichkeit, die Natur in Meinweg, Roerdal und Schwalmtal hautnah zu erleben. Mit der Förderung und den Beiträgen der Partner ist das wirtschaftliche Bestehen für 10 Jahre gesichert. In 2020 werden die ‘Glücksorte’, die es sowohl in Wassenberg als auch in Roerdalen gibt, mit dem Glücksexpress verbunden. Ziel ist es, ca. 4000 Erholungsuchenden aus Deutschland und den Niederlanden erlebnisreiche Glücksmomente zu ermöglichen. Arrangements werden über den niederländischen VVV, eine eigene Website und auf den Internetseiten der touristischen Unternehmen angeboten. Die Angebote beziehen sich auf verschiedene Themen wie eine Spargelroute, eine Schlosstour, eine Genusstour, eine Glückstour und eine Meinweg-Tour. Erholungsuchende, Vereine, soziale (Pflege-)Einrichtungen aus Wassenberg (D), Roerdalen (NL) und der jeweiligen Umgebung nutzen den Zug für Tagesausflüge. Sie lernen einander kennen und genießen Kultur, Natur und Landschaft. Dies wirkt sich positiv auf die Wirtschaft, die Arbeitsplätze und das Einkommen in der Grenzregion aus.


Waldbrand Meinweg: Vertrauen ist wichtig in Krisensituationen

„Monique, Rianne und ich verstehen uns gut.” Kalle Wassong, Bürgermeister von Niederkrüchten, spricht über seine beiden direkt benachbarten euregio-Kolleginnen in Roerdalen und Roermond: „Das Vertrauen ist da und das ist wichtig, vor allem in existenziellen Krisensituationen, wie beispielsweise bei der Bekämpfung des Waldbrandes im grenzüberschreitenden Meinweg-Gebiet.” Für das kommende INTERREG VI-Programm ab 2022 hat Wassong auch bereits Ideen.


„Wir hatten in den letzten 30 Jahren keinen Waldbrand dieses Ausmaßes. Allein auf der deutschen Seite waren 1.600 Feuerwehrleute im Einsatz. Es wurden 7,5 Kilometer Wasserleitungen verlegt, viele private Unternehmen und Landwirte unterstützten mit großen Fahrzeugen zum Wassertransport. Aber jede Krise hat auch positive Folgen: Wir haben gelernt, dass Kommunikation, Wasserversorgung und die Beschaffenheit der Waldwege wichtig sind. Die beiden nationalen Feuerwehrsysteme sind sehr unterschiedlich, aber die Zusammenarbeit zwischen den deutschen und niederländischen Einsatzleitungen ist sehr gut. Mehrere Mitarbeiter der Stäbe sprechen sowohl Deutsch als auch Niederländisch. Sie üben jedes Jahr grenzüberschreitend gemeinsam, es fehlt bisher jedoch an gemeinsamen praktischen Übungen der Wehrleute im Grenzgebiet. Zwischen beiden Ländern bestand während der Dauer des Brandes eine ‘Liaison’; ein Telefonanruf genügte. Sowohl aus Deutschland als auch aus den Niederlanden waren Militär- und Polizeihubschrauber im Einsatz, die 2.000 bzw. 8.000 Liter Wasser aus dem Teich ‘Blanke Water’ aufnehmen konnten. Die Brandkatastrophe hat den Wunsch verstärkt, Türen bei Regierungen und Verwaltungen schneller zu öffnen, zum Beispiel beim Umweltministerium. Dafür plädieren auch die Abgeordneten Dr. Marcus Optendrenk (CDU) und Dietmar Brockes (FDP) im NRW-Landtag”. 


Neues INTERREG VI-Programm

Das zukünftige INTERREG VI-Programm (ab voraussichtlich 2022) bietet in der euregio rhein-maas-nord Möglichkeiten, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Bereich der Waldbrandbekämpfung weiter auszubauen. Mit dem Projekt ‘Natur- und Waldbrandprävention’ gibt es bereits im Rahmen von INTERREG V-A ein Projekt, bei dem 100 Schlauchkupplungen zur Verbindung der deutschen und niederländischen Schlauchsysteme realisiert wurden. „In einem neuen Programm denke ich insbesondere an die Erschließung von Tiefenbrunnen für die Löschwasserversorgung, die Digitalisierung der Kartographie, vor allem auf deutscher Seite sowie die Verbesserung der Kommunikation. Wir brauchen eine 5G-Verbindung im Waldgebiet. Dieses Projekt kann in der gesamten euregio rhein-maas-nord realisiert werden, wo es mehr als 10.000 Hektar Wald gibt. Es ist wichtig, im Hinblick auf Naturschutz und Landschaftsplanung über die Grenze zu schauen. Die euregio erweitert meinen Blick, und ich erhalte ganz andere Informationen, als wenn ich nur mein eigenes Land betrachte”, sagt der Bürgermeister mit der ‘holländischen Nase’, sowie er sich selbst bezeichnet.

In Blau: links Bürgermeister Kalle Wassong und rechts Bürgermeisterin Monique de Boer-Beerta

Innovationsvoucher für gesundes Bauen

Gesundes Bauen ist in Zeiten der Corona-Krise ein viel diskutiertes Thema. Das zeigt auch die Zahl von über 20 Anträgen für die Innovationsvoucher zur Förderung nachhaltigen Bauens. Dass dies auch wirtschaftlich sein kann, zeigt sich am Beispiel des Neubaus des neuen Kreisarchivs in Viersen, der Ende Juni 2021 realisiert werden soll. Lesen Sie hier das Interview mit Anastasia Araktsidou, Projektmanagerin dieses INTERREG-Projekts.


Was ist das Healthy Building Network, wie funktioniert es und wer finanziert es?

Das Healthy Building Network (HBN) ist ein Innovationsnetzwerk und eine Wissensplattform, bei der sich alles um die Themen gesundes Bauen und Renovieren dreht. Dieses INTERREG-Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, das Bewusstsein für diese Aspekte zu schärfen, Unternehmen dafür zu begeistern und bereits vorhandenes Wissen zugänglich zu machen. Stichpunkte in diesem Kontext sind: Kreislaufwirtschaft, intelligenter Einsatz nachhaltiger Materialien sowie Energieeffizienz.


Es ist ein Innovationsnetzwerk und eine Wissensplattform, die auf gesundes Bauen und Renovieren spezialisiert ist. Das Projekt hat es sich zum Ziel gesetzt, das Bewusstsein für gesundes Bauen und Renovieren zu schärfen, Unternehmen dafür zu begeistern und das bereits vorhandene Wissen im Hinblick auf Kreislaufwirtschaft, intelligenten Einsatz nachhaltiger Materialien und Energieeffizienz zugänglich zu machen.


Das Healthy Building Network bietet auch Innovationsgutscheine für verschiedene Dienstleistungen an, die Unternehmen auf dem Weg zu einem gesunden Gebäude helfen. Mit diesem Gutschein können Unternehmen Dienstleistungen bei anderen Unternehmen oder Forschungs- und Bildungseinrichtungen einkaufen. Er kann beispielsweise für eine Machbarkeitsstudie oder für ein Projekt zur Entwicklung gesunder Materialien genutzt werden. Damit trägt das grenzüberschreitende Netzwerk dazu bei, eine Modellregion zu entwickeln, in der neueste Technologien anschaulich und erlebbar werden. Denn gesunde Gebäude sind eine gute Visitenkarte für das Unternehmen!


Das HBN wird im Rahmen des INTERREG V-A-Programms von der Europäischen Union, der Provinz Limburg, dem Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen und den Projektpartnern finanziert. Mehr auf https://healthybuildingnetwork.com/de/ 


Wie läuft es mit den Innovationsvouchern? Wie viele KMU machen bereits mit?

Uns haben in den vergangenen Monaten viele gute und innovative Ideen erreicht. Zum aktuellen Zeitpunkt liegen uns mehr als 20 Anträge vor, die wir voraussichtlich in den kommenden Wochen bewilligen können. Hierfür sind wir noch auf der Suche nach produzierenden Unternehmen und Dienstleistern, die die Antragssteller im Rahmen eines vergüteten Auftrages unterstützen können. Wir freuen uns auf Rückmeldungen innovativer Unternehmen, um gemeinsam herauszufinden, ob sie der richtige Partner für eines der Projekte sein könnten.


Mit dem Neubau des Kreisarchivs in Viersen entsteht auch auf deutscher Seite unserer euregio gerade ein Pilotprojekt. Wie ist hier der aktuelle Stand?

Beim Neubau des Kreisarchivs handelt es um ein Leuchtturmprojekt des Kreises, wenn es um gesundes und nachhaltiges Bauen geht. Aktuell verläuft der Bau nach Plan, die Erdarbeiten wurden bereits abgeschlossen, mit den Betonarbeiten wurde im März begonnen. Die Bodenplatte soll Mitte Mai fertiggestellt werden. Der Grundstein soll im Juli 2020 gelegt werden – ob sich Verzögerungen durch die Corona-Krise ergeben, ist offen. Geplant ist die Fertigstellung aber weiterhin für Ende Juni 2021.


Das Gebäude ist nicht nur wegen seiner ressourcenschonenden Bauweise nachhaltig, sondern auch durch seine energiesparende Konzeption. Für die Wärme- und Kältegewinnung werden bei der Nutzung keine fossilen Energieträger verwendet. Außerdem wird es keinen Gasanschluss an das neue Gebäude geben.


Das Gebäude wird mit umweltschonenden Technologien ausgestattet, zum Beispiel mit Sonnenkollektoren und Photovoltaik-Anlagen auf dem Dach in Verbindung mit einer Wärmepumpe. Landrat Dr. Andreas Coenen sagt dazu: „Wir bauen landesweit das erste Gebäude, das konsequent die Prinzipien der zirkulären Wertschöpfung umsetzt. Wir zeigen damit, dass nachhaltiges Bauen wirtschaftlich ist.“


Sie schreiben auf Ihrer Webseite, dass gesunde Gebäude gerade in Zeiten von Corona relevant sind. Inwieweit macht sich das gerade seitens der Unternehmen bemerkbar? Wie bekommt man gerade jetzt Aufmerksamkeit für dieses Thema?

Wir merken deutlich, dass das Thema Gesundheit verstärkt in den Blickpunkt des Interesses rückt. Zwar ist es an manchen Stellen momentan etwas ruhiger, allerdings werden die Anfragen dafür konkreter. Wo zu Beginn noch recht allgemeine Fragen zu dem Thema gesundes und nachhaltiges Bauen gestellt wurden, werden die Anfragen nun fokussierter; das „wie“ rückt in den Fokus. So erreichen uns oft Fragen, wie in Gebäuden auf eine gesunde Art und Weise gearbeitet werden kann. Dazu bedarf es allerdings einer Kombination aus baulichen Maßnahmen auf der einen und verhaltensrelevanten Aktionen auf der anderen Seite. Aufgrund der aktuellen Situation sind Unternehmen eher bereit, neue Wege zu gehen und werden deutlich kreativer – die anfänglichen Unsicherheiten dem Thema gegenüber legen sich. Und genau das bietet den Nährboden für Innovationen und neue Ansätze, welche das gesunde Bauen nach sich zieht. Auch wir als Projektpartner haben nun an der ein oder anderen Stelle etwas mehr Zeit und können diese verstärkt für persönliche Gespräche mit Unternehmensvertretern nutzen.  


Oft heißt es ja, gesundes Bauen sei teuer. Stimmt das?

Nein, das stimmt nicht. Wir sehen in unseren Projekten, dass gesunde und zirkuläre Gebäude maximal um 5 Prozent teurer als konventionelle Bauten sind und das auch nur hinsichtlich der Investitionskosten. Betrachtet man dazu noch die Betriebs- und Wartungskosten, die über die Nutzungsdauer eines solchen Gebäudes anfallen und die Tatsache, dass ihre Nutzer den aktuellen Erkenntnissen nach produktiver und weniger krank sind, dann überwiegen die wirtschaftlichen Vorteile um ein Weites. Das untermauern auch unsere Business Cases, die wir einmal für das Stadskantoor Venlo konkret und einmal für ein gesundes Gebäude im Allgemeinen erarbeitet haben.


Stadskantoor Venlo, Ton Desar

Die fünf Euregios wollen Lösungen für durch Corona betroffene Grenzpendler

In einem gemeinsamen Brief an die nationalen und regionalen Behörden in Deutschland, den Niederlanden und Belgien fordern die fünf Euregios Übergangslösungen für die von der Corona-Krise betroffenen Grenzpendler. Die vielen Fragen, die täglich bei den GrenzInfoPunkten der Euregios eingehen, zeigen, dass Grenzpendler oft keinen Anspruch auf nationale Hilfe haben, weil sie in einem anderen Land arbeiten als sie wohnen. Unternehmer haben zum Beispiel wenig oder gar keine Chance auf Sozialleistungen oder andere Unterstützung und haben keinen Anspruch auf eine Arbeitszeitverkürzung.


Die Euregios drängen die drei Länder, regionale Übergangslösungen zu finden und weisen darauf hin, dass der bloße Verweis auf die Gesetze und Vorschriften des Nachbarlandes den Betroffenen nicht hilft. Die Euregios arbeiten seit Jahrzehnten an der Verbindung von Grenzregionen und möchten deshalb ihre Unterstützung und Zusammenarbeit anbieten. Sie haben bereits eine gemeinsame Webseite, https://grenzinfo.eu/informationen/arbeiten-im-nachbarland/coronavirus-und-grenzgaenger#content-start, eingerichtet, auf der die wichtigsten grenzüberschreitenden Engpässe, die durch die Corona-Krise verursacht wurden, aufgelistet sind.


Der Brief (PDF: D & NL) wurde von den fünf GeschäftsführerInnen der EUREGIO (Gronau), der Eems Dollard Regio, der euregio rhein-maas-nord, der Euregio Maas-Rhein und der Euregio Rhein-Waal unterzeichnet.

MitarbeiterInnen euregio machen YouTube-Video

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der euregio rhein-maas-nord stellen sich in einem YouTube-Video vor. Die zentrale Botschaft: Wir sind für Sie da, bleiben Sie in Kontakt, gerade jetzt in Zeiten von Corona. Sie haben dieses Video im oder in der Nähe ihres Home-Office gedreht und möchten alle niederländischen und deutschen Einwohner der euregio während der Europawoche, die vom 2. bis 10. Mai stattfindet, damit ermutigen.


Europaminister Holthoff-Pförtner ruft gemeinsam mit den vier Euregios zum Verzicht auf nicht notwendige Reisen ins Nachbarland auf

Der Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie Internationales teilt mit: Mit Blick auf das kommende Feiertagswochenende des 1. Mai ruft Europaminister Dr. Stephan Holthoff-Pförtner gemeinsam mit den Geschäftsführerinnen und Geschäftsführern der vier Euregios zum Verzicht auf nicht notwendige grenzüberschreitende Reisen auf. Auch wenn erste Lockerungen der Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie nun nach und nach in Kraft treten, gelte es weiterhin auf allen Seiten der Grenzen, umsichtig zu bleiben.


Gemeinsam mit den Euregios betonte der Minister: „Bitte bleiben Sie weiterhin verantwortungsbewusst! Gemeinsam haben wir es geschafft, die Verbreitung des Virus in unserem grenzüberschreitenden Lebensraum zu verlangsamen. Je länger wir auf Shoppingtouren und Urlaub verzichten, umso schneller werden diese wieder möglich sein. Gute Nachbarschaft bedeutet auch grenzüberschreitend Abstand zu halten!“ Der Minister und die Euregios weisen auf die geltende Corona-Einreise-Verordnung hin, nach der Reisende sich grundsätzlich nach einem mindestens 72-stündigen Aufenthalt im Nachbarland 14 Tage isoliert zuhause aufhalten müssen. Ausnahmen greifen hier beispielsweise nur für Pendlerinnen und Pendler, nicht aber für Urlauber.


Der Minister: „Gesundheitsschutz kann in Grenzregionen nur grenzüberschreitend gelingen. Wir danken den Bürgerinnen und Bürgern für ihr Verständnis und ihre Umsicht. Durch ihren Verzicht auf nicht notwendige Reisen über die Grenzen können die Grenzen für das wirklich Notwendige, für Versorgungsströme und Grenzpendler freigehalten werden.“ Dass die Grenzen offenbleiben konnten, sei durch die außergewöhnlich vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Niederlanden und Belgien möglich geworden, die sich gerade in Krisenzeiten bewährt habe.Maike Hajjoubi, Geschäftsführerin der euregio rhein-maas-nord in Mönchengladbach, sagte: „Der positive Umgang mit unseren Nachbarn ist und bleibt auch in Zeiten von Corona wichtig. Wir sind dankbar, dass die Grenze nicht geschlossen ist. Corona sorgt dafür, dass wir Abstand zueinander halten müssen, aber darunter dürfen nicht die Verflechtungen unserer Nationen leiden.“


Innovative gemeinsame Ansätze

Corona hat auch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit vor neue Aufgaben gestellt. So gibt es innovative gemeinsame Ansätze, der Pandemie zu begegnen: Im Rahmen des INTERREG-Projekts „Digipee“ der Euregio Rhein-Waal stellt etwa das Unternehmen Medipee aus Moers mithilfe von 3D-Druckern Gesichtsschutz-Visiere her, die Krankenhäusern und Arztpraxen zur Verfügung gestellt werden. Umliegende Krankenhäuser und Praxen in der Euregio haben bereits Visiere angefragt, die das Unternehmen spendet.


Zudem forschen im INTERREG-Projekt „AutoProtect“ der euregio rhein-maas-nord deutsche und niederländische Unternehmen an Oberflächen mit Selbstschutzfunktion. Diese Oberflächen müssen durch eine spezielle, selbst reinigende Beschichtung nicht mehr so häufig abgewischt oder desinfiziert werden.


Zur engen Abstimmung über aktuelle Entwicklungen und Maßnahmen hat Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit den Regierungen der Niederlande und Belgiens die Cross-Border Task Force Corona ins Leben gerufen, die sich mehrmals wöchentlich per Telefonkonferenz informiert hält. Auch Niedersachsen nimmt hieran teil. Dass darüber hinaus etablierte Strukturen und Netzwerke, die über die Grenzen hinweg arbeiten, nun ergänzt werden und zum vollen Einsatz kommen, begrüßen die Euregios sehr, die ebenfalls mit ihrem Sachverstand einen Input für die Task Force liefern.


Im Norden, auf dem Gebiet der EUREGIO, findet ein intensiver Austausch zwischen Kliniken sowie Gesundheitsorganisationen auf beiden Seiten der Grenze statt. Viele Netzwerke, die in der Vergangenheit u.a. durch das INTERREG-Projekt „PREpare“ auf diesem Handlungsfeld errichtet wurden, erweisen sich nun als sehr fruchtbar, etwa im medizinisch-fachlichen Austausch oder auch beim Angebot von Intensivbetten: „Die Best-Practice-Aktivitäten in dieser grenzüberschreitenden Zusammenarbeit sollen nun auch als Bericht an die Europäische Union weitergeleitet werden“, sagt EUREGIO-Geschäftsführer Christoph Almering.


Auch an der südlichen Grenze Nordrhein-Westfalens, in der Euregio Maas-Rhein (EMR), arbeiten die Partnerregionen innerhalb bereits existierender Strukturen wie z.B. EMRIC (Verband für Vorfall- und Krisenbewältigung) oder EPICC (Euregio Police Information & Cooperation Centre) Hand in Hand: Dank ihres Netzwerkes konnte die EMR bei einer pragmatischen Lösung zur Ausgestaltung der Grenzkontrollen beitragen. Dadurch konnten etwa Bescheinigungssysteme und Ausnahmeregelungen geschaffen werden. 


Die Einschränkungen in der Corona-Krise bringen für die Einwohner der Grenzregion und vor allem für die Grenzpendler viele Fragen mit sich. Die GrenzInfoPunkte der Euregios haben eine Sammlung über relevante Informationen zu Corona und ergriffene Maßnahmen in Nordrhein-Westfalen und den Nachbarländern hier zusammengestellt.


Viel Interesse an der niederländischen Sprache bei deutschen Berufsschülern

In diesem Schuljahr nehmen mehr als 200 deutsche Berufsschüler aus der euregio rhein-maas-nord an einem Niederländisch-Sprachkurs teil. Das zeigen die Ergebnisse des Projekts euregio-Xperience 2.0, das unter anderem Berufsschüler mit der jeweiligen Nachbarsprache vertraut machen soll. “Berufsschüler nehmen teil, weil der Ausbildungsbetrieb zum Beispiel niederländische Kunden hat, oder sie ihr Studium in den Niederlanden fortsetzen möchten. Außerdem glaube ich, dass sie die Sprache auch aus Respekt vor den Niederländern lernen wollen. Seit September 2019 wurden 13 Sprachkurse geplant, darunter 10 Schnupperkurse und 3 Sprachkurse auf A2-Niveau, die das ganze Schuljahr dauern. Wir haben aktuell im Projekt 2.0, das im Juli 2019 angefangen hat, schon ebenso viele Kurse eingeplant wie in der ganzen zweiten Hälfte des ersten Projektes”, so Marleen Verberkt, euregio-Xperience-Projektkoordinatorin bei der euregio rhein-maas-nord.

 

Viersen und Grevenbroich

Am Berufskolleg Viersen ist das Interesse so groß, dass zwei Kurse gleichzeitig angeboten werden. Abteilungsleiter Wirtschaft und Verwaltung, Christian Nieters dazu: „Jeden Dienstagnachmittag finden zwei Kurse mit insgesamt mehr als 30 Schülern statt. Die Auszubildenden sind dann von der Arbeit freigestellt, weil die Arbeitgeber es wichtig finden, dass man zum Beispiel als Kaufmann für Büromanagement oder Spedition Niederländisch sprechen kann.“ Im Berufsbildungszentrum Grevenbroich erhielten die Teilnehmer bereits kurz vor Weihnachten ihre Teilnahmezertifikate. Lehrerin Monika Hansen: „Angehende Kinderpflegerinnen haben ein Projekt durchgeführt, bei dem sie mit niederländischen Kindern klimafreundlich gekocht haben. Dazu haben die Schülerinnen über ihren normalen Unterricht hinaus zwölf mal vier Stunden am Sprachkurs eines pensionierten niederländischen Deutschlehrers teilgenommen. Das war sehr praxisorientiert. Es gab keine Sprachhemmungen in der Kommunikation mit den zehn- bis zwölfjährigen Kindern, sie haben einfach losgelegt und miteinander geredet und natürlich gekocht.“

 

euregio-Xperience 2.0 ist eine Initiative der euregio rhein-maas-nord

euregio-Xperience 2.0 ist eine Initiative der euregio rhein-maas-nord in Zusammenarbeit mit Schulen und Unternehmern aus der Grenzregion, die noch bis zum 30. September 2022 läuft. Mit Sprachkursen, Kultur- und Bewerbungstrainings, Betriebsbesichtigungen und grenzüberschreitenden Praktika haben Berufsschüler aus Deutschland und den Niederlanden die Möglichkeit, den grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt zu erkunden. euregio-Xperience 2.0 wird unter anderem durch die euregio rhein-maas-nord, INTERREG V A der Europäischen Union, die Provinz Limburg, und das Land Nordrhein-Westfalen ermöglicht. Wer mehr über das Projekt euregio-Xperience 2.0 erfahren möchte, findet weitere Informationen auf www.euregio-rmn.de oder kann die Projektkoordinatorin unter  Marleen.Verberkt@euregio-rmn.de kontaktieren.

 

 

 

Die Europäische Kommission erwähnt auf YouTube das Projekt „euregio-Xperience“ für Berufsschüler als ein erfolgreiches Beispiel für die deutsch-niederländische Zusammenarbeit. In der euregio rhein-maas-nord nehmen jedes Schuljahr mindestens 400 deutsche und niederländische Berufsschüler an Sprachkursen, Kultur- und Bewerbungstraining, Betriebsbesichtigungen oder grenzüberschreitenden Praktika teil.

 

INTERREG-Projekt untersucht Selbstschutzfunktion gegen Corona-Viren

Die Corona-Krise hat das Thema Hygiene prominent in den Vordergrund gestellt. Das INTERREG-Projekt AutoProtect beschäftigt sich schon länger mit Oberflächen, die sich durch eine Beschichtung von selbst reinigen und desinfizieren. Gegenwärtig laufen auch Untersuchungen zur Abtötung von behüllten Prüf-Viren, wozu auch die Corona-Viren zählen. Dr. Markus Wehrl von der wfk – Cleaning Technology Institute in Krefeld erzählt mehr in diesem Interview.

 

 

Was ist das Ziel des Projekts?

Ziel ist die Entwicklung von Oberflächen, die durch die Aktivierung mit Licht, Wärme oder Druck Keime abtöten und Anschmutzungen abbauen. Hierdurch bilden sich sogenannte freie Radikale, die Krankheitserreger auf Oberflächen abtöten und Anschmutzungen vermindern. Diese Selbstschutzfunktion verbessert die Hygiene und Sauberkeit von Oberflächen und ist von besonderer Relevanz für hygienisch anspruchsvolle Bereiche wie Gesundheitswesen, Medizin-, Pharma-, Kosmetik- und Lebensmittelbereich. Ferner werden Schnelltests zur Kontrolle des hygienischen Zustands von Oberflächen entwickelt.

 

 

Wer profitiert davon?

Die Ergebnisse werden z.B. von Herstellern im Bereich Beschichtungssysteme genutzt, um neue Produkte zu entwickeln. Reinigungs- und Hygienedienstleister werden die Aufbringung der neuen so genannten “Multi-Stimulus-Systeme” (MSS)-Beschichtungen anbieten oder für Betreiber von öffentlichen Verkehrsmitteln verfügbar machen. Von neuen Schnelltests für Oberflächenhygiene profitieren Prüflabore sowie deren Kunden.

 

 

Kann man sich mit AutoProtect besser gegen das Corona-Virus schützen?

Um die Wirksamkeit der Multi-Stimulus-Systeme gegen SARS-CoV-2 auf Handkontaktflächen, z.B. Türklinken, zu untersuchen, laufen gegenwärtig Untersuchungen zur Abtötung von behüllten Prüf-Viren, wozu auch die Corona-Viren zählen. Aufgrund der hohen Wirksamkeit der MSS-Beschichtungen gegen Bakterien wird auch von einer guten Wirksamkeit gegen Viren wie z.B. SARS-CoV-2 ausgegangen. Nachfolgend soll entsprechend den Europäischen Prüfnormen bestätigt werden, dass die MSS-Beschichtungen die Viren unschädlich machen; erst danach könnte man offiziell von einer Wirksamkeit gegen SARS-CoV-2 sprechen. Bis dahin gilt: Hände waschen oder desinfizieren nach Berührung von kontaminierten Oberflächen.

 

 

Was sind die konkreten Ergebnisse bis jetzt?

Es konnten bereits zwei verschiedene Beschichtungssysteme (Generation 1.0 und 2.0) mit hoher antimikrobieller Wirksamkeit gegen Bakterien entwickelt werden. Gegenwärtig werden Praxisuntersuchungen in einem Supermarkt in den Niederlanden hinsichtlich der Wirksamkeit unter Realbedingungen und Langzeitstabilität durchgeführt. Darüber hinaus konnte ein neuartiges Verfahren zur Desinfektion empfindlicher Materialien sowie Gesichtsmasken und Handys mit hervorragender Wirksamkeit entwickelt werden. Es wurden auch Schnelltests zur Prüfung der Wirksamkeit von MSS-Beschichtungen und neue optische Messmethoden zur Quantifizierung von Restanschmutzungen auf Medizinprodukten entwickelt.

 

 

Wie finanziert sich das Projekt?

Die Finanzierung erfolgt zu 34 % durch Eigenmittel der am Projekt beteiligten Partner und zu 66 % durch das INTERREG-Programm: 50 % der Fördermittel fließen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und 16 % gemeinsam aus den Wirtschaftsministerien von NRW und den Niederlanden sowie aus den Provinzen Groningen, Limburg, Noord-Brabant und Overijssel.

 

“Wir befinden uns in einer Zeit, in der die europäische Zusammenarbeit mehr denn je ein aktuelles Thema ist. Für Limburg als Grenzprovinz ist die Teilnahme an europäischen Projekten wichtig. Wir freuen uns, dass das INTERREG-Projekt AutoProtect gut vorankommt”, so Provinzminister Andy Dritty, zu dessen Ressort u.a. europäische Angelegenheiten gehören.

Bürgermeister Corsten: Deutsch und Niederländisch in die Schulen im Grenzgebiet”

Herbert Corsten ist Bürgermeister der Gemeinde Selfkant, dem westlichsten Zipfel Deutschlands, geografisch umarmt von der niederländischen Gemeinde Echt-Susteren. „Meiner Meinung nach sollten Deutsch und Niederländisch in die Lehrpläne der Schulen im Grenzgebiet integriert werden,” so Corsten, der mit einer Niederländerin verheiratet ist. Selfkant und Echt-Susteren sind die zwei südlichsten Mitglieder der euregio rhein-maas-nord. „Der Mehrwert für die Gemeinde Selfkant liegt in der gemeinsamen Entwicklung der gesamten Region ohne Einschränkung durch irgendwelche Grenzen und zum Nutzen aller Beteiligter,” so Corsten.


500.000 Euro

Die Besucherzahlen des westlichsten Ortes der Bundesrepublik erfahren stetigen Zuwachs durch den Zipfelbund, in dem die jeweils nördlichste, westlichste, östlichste und südlichste Gemeinde Deutschlands seit 1999 zusammengeschlossen sind. „2015 habe ich dann auf Basis des touristischen Masterplans Selfkant und dank 80%iger Förderung durch das Wirtschaftsministerium NRW den westlichsten Punkt mit einem Gesamtvolumen von 500.000,- € für die Öffentlichkeit aufbereiten können. Der Bürgermeister der Gemeinde Echt-Susteren, Jos Hessels, erkannte darin ebenfalls sehr schnell die Möglichkeit der Schaffung einer besonderen Marke für seine Gemeinde, indem er “Het Smalste Stukje Nederland“ („Das schmalste Stück der Niederlande“) erfolgreich propagierte. Von daher sind der westlichste Punkt Deutschland und „Het Smalste Stukje Nederland“ heute ein besonders Merkmal grenzüberschreitender freundschaftlicher Verbindungen und der Verwirklichung des europäischen Gedankens,” so Corsten.


Deutsch und Niederländisch in die Lehrpläne

„In einer Grenzregion, in der eine geschichtlich begründete, fast einheitliche Kultur gelebt wird, ist die Kenntnis der Sprache des Nachbarlandes für mich eine unabdingbare Voraussetzung für zivilisiertes Zusammenleben. Sicherlich können wir uns dabei auch auf unsere gemeinsame Muttersprache „Limburger Platt“ stützen. In der heutigen globalen Verschmelzung sollte aber die gute Kenntnis der jeweiligen Amtssprache bereits zentral in die schulische Ausbildung integriert sein,” so Corsten.