Der Interreg-Ausschuss der euregio rhein-maas-nord hat am 15. April fünf neue Projekte genehmigt. Der VVV Venlo, der 2012 den Frauenfußball eingestellt hatte, erhält ebenfalls EU-Fördermittel mit der Auflage, im Projekt „Talent ohne Grenzen“ ausdrücklich auch Frauen einzubeziehen.

Das Projekt stärkt die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der euregio rhein‑maas‑nord durch Fußball. Durch die Kooperation von VVV‑Venlo und mehreren deutschen Amateurvereinen erhalten deutsche Nachwuchsspieler Trainings-, Spiel- und Ausbildungsmöglichkeiten in der Jugendakademie von VVV‑Venlo. Darünerhinaus erhalten die Trainer der Amateurvereine Input von den Trainern des VVV Venlo. Neben der sportlichen Förderung stehen kultureller Austausch, sprachliche Bildung und nachhaltige Vernetzung zwischen Spielern, Trainern, Vereinen und Familien im Mittelpunkt. Antragsteller: VVV-Venlo.

Das Projekt „Inklusion leben“ befasst sich mit dem Vergleich und dem Transfer inklusiver Strategien in der offenen Kinder- und Jugendarbeit sowie im ersten Arbeitsmarkt in Deutschland und den Niederlanden innerhalb der euregio rhein-maas-nord. Trotz gemeinsamer europäischer Leitlinien bestehen Unterschiede in Förderinstrumenten, Strukturen und Umsetzungsansätzen, etwa beim deutschen Budget für Ausbildung. Ziel des Projekts ist es, erfolgreiche Praxisansätze zu identifizieren, weiterzuentwickeln und grenzüberschreitend nutzbar zu machen. Antragsteller: hoch3 gUG, Jüchen.

Venlo wurde 2024 im Rahmen des TEN‑T als städtischer Knotenpunkt ausgewiesen und muss bis 2027 einen Sustainable Urban Mobility Plan (SUMP) für das grenzüberschreitende Daily Urban System entwickeln. Dafür ist eine enge Zusammenarbeit mit den Städten Nettetal, Straelen und Krefeld notwendig. Im Rahmen dieses Interreg‑Projekts sollen drei Arbeitssitzungen den Austausch zu Mobilitätsplänen, die gemeinsame Analyse von Herausforderungen sowie die Entwicklung nachhaltiger, grenzüberschreitender Maßnahmen fördern für nachhaltige Mobilität, ÖPNV und Radverkehr. Antragsteller: Gemeinde Venlo.

Das Projekt Scratch Orchestra vereint Amateurmusiker, junge Talente und professionelle Orchestermusiker aus Deutschland und den Niederlanden in einem großen sinfonischen Projekt-Ensemble. In einem intensiven Proben- und Coachingprozess arbeiten 80–100 Teilnehmende gemeinsam auf zwei Abschlusskonzerte in Roermond und Mönchengladbach hin. Professionelle Musiker übernehmen dabei auch eine pädagogische Rolle und fördern künstlerischen Austausch, Talententwicklung und grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Antragsteller: Heritage Sinfonietta, Roermond.

Der Grenzland Cup ist ein grenzüberschreitendes Skateboard‑Circuit, der Skate‑Communities in Nord‑Mittel‑Limburg und am Niederrhein vernetzt. Über mehrere Monate finden offene Wettbewerbe und Events an verschiedenen Standorten in den Niederlanden und Deutschland statt, die gemeinsam eine Serienwertung bilden. Neben sportlichem Wettbewerb liegt der Fokus in diesem Jahr besonders auf Nachwuchsförderung, Workshops und Community‑Aktivitäten für Anfänger („Rookies“) und nicht gesponserte Amateurfahrer. Ziel ist es, junge Skater aus der Region zu motivieren, zu begleiten und Skateboarding als Bildungs‑, Begegnungs‑ und Freizeitangebot grenzüberschreitend zu stärken. Antragsteller: Platfrom Street Culture Venlo.

In diesem Jahr feiern wir einen besonderen Meilenstein: 35 Jahre Interreg Deutschland-Nederland. Dies zeigt sich am Jubiläumslogo. Interreg wurde Anfang der 90er Jahre von der Europäischen Union ins Leben gerufen. Es ist eines der zentralen Instrumente zur Umsetzung der europäischen Kohäsionspolitik, insbesondere der Regionalpolitik, deren Ziel es ist, die Entwicklungsunterschiede zwischen den europäischen Regionen zu verringern und den wirtschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Dies geschieht unter anderem durch kleine und große Projekte in der euregio rhein-maas-nord. Das Interreg-Programm wird aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanziert.

 

„Mit den neuen Sprechstunden an der Fontys und der Maastricht University Campus Venlo schaffen wir als GrenzInfoPunkt gemeinsam mit dem Service GrenzArbeit Venlo einen strukturellen Zugang zu jungen Menschen auf dem euregionalen Arbeitsmarkt. Es ist wichtig, dass Studierende bereits vor ihrem Abschluss wissen, wie viele interessante Arbeitgeber – echte Hidden Champions – unsere Region zu bieten hat.

Eine erfolgreiche Karriere muss nicht zwangsläufig in einer Hauptstadt beginnen. In unseren Sprechstunden erhalten Studierende frühzeitig einen Einblick darin, was sie nach dem Abschluss erwartet, was Unternehmen verlangen und was sie selbst mitbringen müssen. Zudem haben sie eine feste Ansprechperson für alle Fragen rund um Arbeiten, Wohnen und Studieren über die Grenze hinweg.

Gerade in der Phase von grenzüberschreitenden Praktika und Nebenjobs entstehen viele praktische Fragestellungen. Bei der ersten Sprechstunde an der Fontys sprach meine Kollegin Emma beispielsweise mit einem Studenten aus Polen, der in den Niederlanden studiert und sich für eine Tätigkeit in Deutschland interessierte. Das zeigt, wie groß der Bedarf an niedrigschwelliger Beratung ist.“— Julia Dillmann, Beraterin beim GrenzInfoPunkt

📍 Venlo offene Sprechstunden – Wohnen und Arbeiten in der Grenzregion
🕘 9:00–12:00 Uhr | ohne Termin

Fontys Venlo
📌 Raum 2.19 (alternativ bitte am Empfang nachfragen)
📅  30. Juni • 29. September • 15. Dezember 2026

Maastricht University – Campus Venlo
📌 Nassaustraat 36, Raum 1.31
📅 7. April • 9. Juni • 22. September • 1. Dezember 2026

📸 Foto: Ira Ingenpass

Niederländische und deutsche Unternehmer stehen vor denselben Herausforderungen: hohe Energiepreise, Abgaben, logistische Lieferprobleme und Fachkräftemangel. „Deshalb müssen wir eine gemeinsame Haltung einnehmen und zusammenarbeiten“, so Jürgen Steinmetz von der IHK Mittlerer Niederrhein beim Limburgischen Arbeitgeberverband (LWV), der seit dem 1. Januar 2026 Mitglied der Euregio ist.

LWV-Geschäftsführer Addy Lutgenau hielt einen Vortrag vor Vertretern der Gemeinde Roermond, der Gemeinde Horst aan de Maas, der Gemeinde Schwalmtal, der Gemeinde Niederkrüchten, der Gemeinde Selfkant, der Stadt Wegberg, der Wirtschaftsförderung der Burggemeinde Brüggen, der WFMG – Wirtschaftsförderung Mönchengladbach GmbH, der Stadt Nettetal, des Rhein-Kreises Neuss und der WFG für den Kreis Heinsberg über die Verwaltung von Gewerbegebieten, Lobbyarbeit gemeinsam mit VNO-NCW sowie über wirtschaftliche Projekte für limburgische Unternehmer.

Die Euregio bat durch Maike Hajjoubi um Input für eine Kursänderung der strategischen Euregio-Vision 2030, die nun im Jahr 2026 die Halbzeit erreicht hat. Die anwesenden Euregio-Mitglieder konnten sich mit einem eher thematischen Ansatz anstelle einer festen Ausschussstruktur einverstanden erklären. Insbesondere kleine Gemeinden sehen die Euregio am liebsten in der Führungsrolle, wenn es um größere Interreg-Deutschland-Niederlande-Projekte geht. Vincent Schraven wies im Namen der Provinz Limburg auf die Verfügbarkeit europäischer Fördermittel hin. Es wurde vereinbart, den neuen Kurs im Hinblick auf die Generalversammlung am 24. Juni weiter auszuarbeiten.

‚Deutsch-niederländische Zusammenarbeit ohne Grenzen. Arbeitsweise und Verwaltungsstrukturen im Vergleich.‘ so lautete der Titel des Seminars das, in Mönchengladbach stattfand. Obwohl sich die Verwaltungssysteme beider Länder stark unterscheiden, muss dies kein Hindernis für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit sein. Es spielt eine wichtige Rolle, sich persönlich zu kennen und auch die kulturellen Unterschiede zu respektieren. „Die Niederländer sind direkter und die Deutschen formeller“, erklärte Seminarleiterin Dr. Ute Schürings. Auch die Art und Weise, wie Ereignisse in der Vergangenheit stattfanden, führt dazu, dass man in dem einen Land stärker auf die Gesetzgebung achtet als im anderen. Doch die kulturelle Verflechtung im Grenzgebiet sorgt für Nähe und Zusammenarbeit.

Am 5. März traf sich eine Delegation der fünf Euregio-Geschäftsführer zu einem Gespräch mit der niederländischen Botschafterin in Berlin, Hester Somsen. Auch der deutsche Botschafter in Den Haag, Nikolaus Meyer-Landrut, nahm aktiv daran teil. Der mehrjährige Finanzrahmen (MFR) der Europäischen Union für den Zeitraum von 2028 bis 2034 und deren Bedeutung für das neue Interreg-Programm stand u.a. auf der Tagesordnung.

Am 4. März sprachen die Euregio-Geschäftsführer mit Parlamentariern aus der deutsch-niederländischen Grenzregion während ihres Arbeitsbesuchs in Berlin. Im Reichstag tagt der Bundestag (NL: Tweede Kamer), der Beschlüsse zu Themen fasst, die auch die Grenzregionen unmittelbar betreffen. Auf der Tagesordnung mit der Parlamentariergruppe wurden diese Themen diskutiert:

1. Praxisgerechte Home Office Regelung
2. Elterngeldproblematik: Deutsches Elterngeld trifft auf niederländischen bezahlten Elternurlaub (Lücken für Grenzgänger)
3. Sicherheit / Katastrophenschutz: Datenaustausch organisierte Kriminalität, Rettungsdienste über die Grenze (unterschiedliche Kompetenzen, wer zahlt?, Betäubungsmittelgesetz)
4. Gesundheitsversorgung im Grenzraum
5. Grenzüberschreitende Mobilität
6. Grenzkontrollen
7. Energie über die Grenze
8. Bridge for EU

Viele grenzübergreifende Themen werden in Berlin entschieden, deshalb machen die fünf Euregio-Geschäftsführer diese Woche einen Arbeitsbesuch in Berlin, angefangen .

Am 4. März wurde zudem mit dem Bundesministerium des Innern gesprochen über:

1. Die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen von den Grenzkontrollen.
2. Die Bekämpfung organisierter Kriminalität: Datenaustausch (Informationsweitergabe ins Nachbarland) und Handhabe.
3. Eine praxisgerechte Home-Office Regelung: die neue 34 Tage-Regelung geht an der Realität der Menschen vorbei, wodurch grenzüberschreitend arbeiten und der Standort Grenzregion an Attraktivität verlieren.
4. Die „Bridge for EU-Verordnung“. Ziel der Verordnung ist es, rechtliche und administrative Hürden in Grenzregionen abzubauen und grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu stärken.

Vom 16. April bis zum 11. Oktober 2026 findet in der Stadt Neuss im Rhein-Kreis Neuss die Landesgartenschau statt. Es handelt sich dabei um die deutsche Version der niederländischen Floriade. Auf der ehemaligen Pferderennbahn in Neuss entsteht ein 38 Hektar großer, lebendiger Park – nur einen Steinwurf vom historischen Stadtzentrum entfernt und direkt neben dem Hafen von Neuss. Im Mittelpunkt steht die Schaffung attraktiver Grünanlagen mit unter anderem 2.200 neuen Bäumen, die auch nach 2026 für die Einwohner von Neuss und der Region erhalten bleiben. Eine Delegation aus der Partnergemeinde Weert plant einen Besuch der Veranstaltung. Auch für andere Kommunen aus der euregio rhein-maas-nord lohnt sich ein Besuch.

Am 18. Februar sind wir wieder für Sie da. Schöne Feiertage!

In den letzten vier Jahren wurden große Interreg-Projekte im Wert von über 50 Millionen Euro und kleinere Projekte im Wert von fast 2,5 Millionen Euro realisiert. Außerdem kamen Hunderte niederländischer und deutscher Studenten sowie rund 230 Lehrkräfte miteinander in Kontakt. Die Zahl der Kundenkontakte des GrenzInfoPunkts stieg von knapp 5.000 auf fast 7.000. Weitere Zahlen und Fakten zur Euregio finden Sie in unserem neuen Factsheet.

In dem Interreg-Ausschuss vom 22. Januar wurden drei Projekte genehmigt:

Inklusive Theateraufführungen in den Niederlanden und Deutschland. Die Hephata Leben GmbH aus Mönchengladbach und das Toet Tout Theater aus Venlo planen besondere Theateraufführungen zum Thema: Inklusion macht nicht an der Grenze Halt. Ziel ist es, die Verbundenheit zwischen Menschen mit Behinderung grenzüberschreitend zu stärken, indem Menschen mit und ohne Behinderung zusammengebracht werden und so Vorurteile abgebaut werden. Das Toet Tout Theater und das Atelier Strichstärke werden gemeinsam mit dem Buchautor Mike Agterberg das Drehbuch für Schauspieler aus den Niederlanden und Deutschland schreiben. Die Aufführungen dauern maximal 30 Minuten und sind angepasst an die Fähigkeiten der Schauspieler und die Veranstaltungsorte: Theater De Garage in Venlo und Stadtbibliothek Mönchengladbach.

Im Projekt „Lernen ohne Grenzen – Auf dem Weg zur Partnerschaft“ werden Gilde Opleidingen und das Rhein-Maas Berufskolleg untersuchen, wie sie sich in Zukunft noch stärker miteinander verbinden können, und gemeinsam herausfinden, inwieweit die Schulen den Euregioschul-Status erreichen können. Im Mittelpunkt steht der Mehrwert für die Schüler: Durch gemeinsames Lernen und Arbeiten verbessern sie ihre Sprachkenntnisse, ihr interkulturelles Verständnis und ihre Karrierechancen in der Grenzregion. Das Projekt umfasst unter anderem vier Arbeitstreffen und zwei Besuche bei bestehenden Euregioschulen, um Wissen auszutauschen und bewährte Beispiele zu übernehmen. Darüber hinaus gibt es Informations- und Inspirationsveranstaltungen für Lehrer und Schüler.

Das Schulprojekt „Lebenswichtig Verbunden“ baut auf dem Projekt „Grenzenlos gesund leben“ auf. Das Ziel bleibt, über 500 Kindern an acht Schulen in der euregio rhein-maas-nord einen gesunden Lebensstil näherzubringen und den Austausch zwischen deutschen und niederländischen Schülern zu fördern. Das Projekt richtet sich an deutsche Schüler der Jahrgangsstufen 3 und 4 und niederländische Schüler der Jahrgangsstufen 6 und 7. Es gibt Workshops in Venlo, Nederweert und Leudal sowie in Krefeld und Schwalmtal. Die Aktivitäten sind vielfältig: von einem Kochworkshop über Kickboxen und einem Hindernisparcours bis hin zum beliebten Smoothie-Fahrrad. Neu ist die Kulturstation, in der Müll und Nachhaltigkeit im Mittelpunkt stehen. Die Schüler sammeln Abfall und trennen ihn gemäß den niederländischen und deutschen Richtlinien.